Warum Achtsamkeit

Achtsamkeit und Elternsein

Achtsamkeit ist Gewahrsein, das kultiviert wird, indem wir in andauernder und bestimmter Weise aufmerksam sind: mit Absicht, im gegenwärtigen Moment und ohne Beurteilung (Jon Kabat-Zinn)

Im Alltag Zeit für sich selbst zu finden, ist oftmals schwierig. Zu erst müssen wir die Kinder versorgen, den Haushalt erledigen und das Facebook Profil erneuern. Eine regelmäßige Meditationspraxis bietet die Möglichkeit, in intensiven Kontakt mit uns selbst zu treten. Wie geht es mir? Was brauche ich? Und was brauchen meine Kinder? Was braucht diese Situation?

Oft lassen wir uns von alten Mustern und Gewohnheiten lenken, sind in Gedanken schon bei der nächsten Katastrophe und reagieren automatisch und unbewusst. Dadurch entgehen uns nicht nur die kleinen (und großen) Wunder, die jeder Augenblick zu bieten hat. Wir verpassen unser Leben – und das unserer Kinder gleich mit!

Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst und so vollständig wie möglich wahrzunehmen. Ohne ihn zu bewerten oder verändern zu müssen. Und hinzugeben an das, was JETZT ist. In diesem Augenblick.

Diese Fähigkeit zu kultivieren unterstützt uns als Eltern maßgeblich darin, uns mit uns selbst und unseren Liebsten zu verbinden und mit mehr Weisheit und Gelassenheit zu antworten, anstatt automatisch zu reagieren. Achtsamkeit ist eine unerschöpfliche Quelle der Kraft und Liebe – zu uns selbst, zu unseren Kindern und weit darüber hinaus.

Achtsamkeit ist keine Methode sondern vielmehr eine Fähigkeit oder innere Haltung, mit der wir geboren werden, welche vielen von uns aber im Laufe des Lebens abhanden kommt und die es sich lohnt, wieder zu erlangen. Mit deinem Baby wird auch dein Achtsamkeits-Lehrer geboren. Babys und kleine Kinder sind auf wundervolle Art und Weise mit dem Hier und Jetzt verbunden. Um sich mit ihnen zu verbinden ist es unabdingbar, selbst im gegenwärtigen Moment zu sein. Das fällt uns mitunter schwer. Denn in unserer schnelllebigen Zeit sind wir es gewöhnt, „Multi-tasking“ zu machen, mit den Gedanken in die Vergangenheit oder in der Zukunft zu reisen und das Hier und Jetzt bestenfalls als Zwischenstation zu betrachten. Dabei geht uns etwas sehr kostbares verloren: das einfache SEIN oder etwas drastischer ausgedrückt das Leben selbst.

Jon Kabat-Zinn beschreibt Achtsamkeit als „Liebesbeziehung: mit dem Leben, mit der Wirklichkeit und unserer Vorstellungskraft, mit der Schönheit unseres eigenen Seins, mit unserem Herzen und Körper und Geist- und mit der Welt.“ Hört sich überwältigend an? Ist es auch…!